Seit Ende August 2025 steht in Brandenburg mit dem sogenannten Märkischen Modell eine Methode zur Verfügung, mit der qualitative und quantitative Auswirkungen von Eingriffen in das Landschaftsbild systematisch bewertet und den Wirkungen von Kompensationsmaßnahmen gegenübergestellt werden können.
Ziel ist eine nachvollziehbare, vergleichbare und stärker wirkungsbezogene Bilanzierung landschaftsbildbezogener Eingriffe.
Aus der Anwendung des Modells in bislang knapp einem Dutzend Vorhaben lassen sich erste belastbare Erkenntnisse ableiten:
1. Standorte und Lage sind entscheidend
Sowohl die Standorte der Anlagen als auch die Lage der Kompensationsmaßnahmen sind für die landschaftsbildbezogene Bilanz maßgeblich.
Die Bewertung erfolgt konsequent auf Grundlage des Landschaftsprogramms (LaPro 2022) und wirkt sich unmittelbar auf die Höhe von Eingriff und Ausgleich aus.
Erkenntnis: Die Wahl des Standorts und der Kompensationsflächen hat direkten Einfluss auf die Bilanz. Eine strategische Flächenplanung ist daher von Anfang an essenziell.
2. Rückbau kann stark wirken – teils zu stark
Windenergieanlagen ohne Rückbauverpflichtung können als Maßnahme berücksichtigt werden. In der Praxis zeigt sich, dass diese Anrechnung einen sehr starken Einfluss auf die Bilanz haben kann – in einzelnen Fällen bis hin zu einer rechnerischen Überkompensation.
Erkenntnis: Repowering-Projekte profitieren erheblich von der Rückbauanrechnung. Allerdings ist eine sorgfältige Prüfung erforderlich, um die Bilanz nicht zu verzerren.
3. Sichtbarkeit ist der Schlüsselfaktor
Maßnahmen mit geringer Sichtbarkeit entfalten nur eine untergeordnete Wirkung in der Bilanz. Insbesondere bei starker Abschirmung durch Wälder oder Ortslagen ist ihr Beitrag zur landschaftsbildbezogenen Kompensation faktisch vernachlässigbar.
Erkenntnis: Die Sichtbarkeit einer Maßnahme bestimmt maßgeblich ihren Kompensationswert. Maßnahmen in abgeschirmten Bereichen sind nur begrenzt wirksam.
Fazit
Das Märkische Modell liefert in der Praxis nachvollziehbare und systematische Ergebnisse. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass eine fundierte Vorplanung und strategische Standortwahl entscheidend für eine ausgeglichene Bilanz sind.
Wer frühzeitig die richtigen Flächen identifiziert und die Sichtbarkeitsverhältnisse berücksichtigt, kann den Kompensationsaufwand deutlich optimieren.
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